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Das ländliche Mallorca abseits der ausgetretenen Pfade

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Geschrieben am 14. August 2020 von Manuela Schiffner, während sie auf dem Balkon einer Finca in der Nähe von Muro auf Mallorca saß, die hügelige Landschaft immer im Blick. 

 

Viele, unglaublich abwechslungsreiche Länder habe ich intensiv bereist und kennengelernt. Nach Mallorca zieht es mich dennoch immer wieder. Die Vielfalt der Insel begeistert mich.  

Es ärgert mich, dass diese tolle Insel auf den Partytourismus am Ballermann reduziert wird. Mallorca ist so viel mehr als das 

Mallorca hat zu Unrecht einen schlechten Ruf 

Nicht nur, dass man in 2 Flugstunden dort ist. Am beginnt das entschleunigte und sonnenverwöhnte Leben auf der Insel bei einem Cortado – ein Espresso mit einem Schuss Milch – auf einer der unzähligen, herrlichen Plazas. 

Eine riesige, beeindruckende Hotelauswahl macht wirklich jeden glücklich. Ob direkt am Meer in einem der von Pauschalreisetouristen besuchten Hotels für Familien oder Singles, ob im Inselinneren in einem der Finca- oder Landhotels in allen Luxusklassen oder gar im Apartment oder einem traumhaften Ferienhaus mit Privatpool, auch „Finca“ genannt. Für Paare, Familien, Gruppen oder auch Alleinreisende – auf Mallorca findet jeder seine Unterkunft. 

Persönlich ziehe ich die Fincahotels oder eine private Finca mit eigenem Pool vor.  

Hier herrscht die Ruhe, die ich suche. Am liebsten wohne ich im Norden der Insel zwischen den riesigen Ackerlandflächen, nahe der Städte Inca, Pollenca und Arta. 

Von dort aus mache ich gerne Ausflüge in die UmgebungZum Beispiel mieten wir ein Fahrrad. Die bekommt man in jeder Qualität und Ausstattung oder sogar als E-Bike an unzäligen Stellen.  

Oder wir fahren mit dem Mietwagen durch die Gegend und unternehmen eine Rundwanderung. Dies ist zwar nicht immer einfach, denn Mallorca ist von Steinmauern und Zäunen übersät und man muss manchmal seinen Weg suchen, um zum Ziel zu gelangen. Auch sind die Ausschilderungen nicht immer zielführend. Dafür entdeckt man dann öfter mal zufällig einen tollen Agroturismo-Gasthof und lässt sich von dort den Weiterweg erklären. 

Obwohl ich seit vielen Jahren auf diese Insel komme, entdecke ich immer wieder Neues. Die unzähligen kleinen Dörfer mit ihren engen Gassen, teils im Charme der 60er Jahre, teils aber auch mit diesen bekannten Steinmauern, sind einfach schönEs macht Spaß, die Örtchen zu besuchen, um etwas trinken zu gehen oder die vielen kleinen Museen oder Galerien, Töpfereien oder Kunsthandwerksläden zu besuchen.  

Orte wie AlaróMuro oder Petra sind nicht so bekannt wie Sineu mit seinem riesigen Markt, welcher jeden Mittwoch die Straßen füllt. Auch Santanyi ist wunderschön mit den herrlichen Bars und Restaurants in der heimeligen Altstadt.  

Empfehlenswert ist zudem eine Autofahrt durch die Tramuntana von Puerto Andratx bis nach PollencaStopps sollte man in EstellencsBanyalbufar, Valldemossa, Deia und Fornalutx einlegen. Außerdem sollte man an den „Miradores“ anhalten und die Ausblicke auf die Westküste genießen. Weiter geht es dann über den Stausee Cuber mitten in den Bergen und über das Kloster Lluc ins wunderschöne Örtchen Pollenca. Die Straßen entlang der Küste und dann durch das Gebirge könnten landschaftlich nicht unterschiedlicher sein. Wer diesen Ausflug an einem sonnigen Tag macht, sammelt herrliche Eindrücke. Ein schöner Abschluss könnte ein Abendessen in Pollenca sein. 

Während unseres letzten Aufenthalts haben wir eine 2 stündige, genussreiche Wanderung von Soller aus unternommen. Der Einstieg ist etwas umständlich zu finden. Am besten sucht man den Cami del Camp de sa Mar am Hotel Geranios und biegt dort nach 5 Min rechts in einen Pflasterweg ab, welcher kurz darauf in den Weitwanderweg GR221 mündet. Aufwärts geht es durch einen Mischwald mit einem schönen Ausblick auf den Hafen von Sóller bis zum Agroturismo-Betrieb Muleta de Ca s´Hereu bis man einen traumhaften, verwunschen wirkenden Olivenhain erreicht. Dort erreicht man Muleta Gran, das große Landgut mit einem Wehrturm und einem tollen Ausblick auf die Umgebung.  

Mallorca eignet sich hervorragend für Wanderungen durch die hügelige Landschaft 

Der GR221 geht weiter nach Deiá, wir aber biegen ab Richtung Refugi de Muleta, einer Wanderherberge mit kleinem Restaurant. Im schönen Garten sehen bereits das Meer zwischen den Bäumen sowie die nahen Gipfel des Puig Mayor und Puig de l´OfreWir laufen weiter in Richtung Leuchtturm und genießen den Ausblick auf die steile Westküste Mallorcas und das von vielen Schiffen belagerte Hafengebiet von Soller.  Von hier aus geht es auf einer geteerten Straße mit direktem Blick auf Soller den Berg hinab in den Ort. Hier gibt es einige hervorragenden Restaurants. Direkt am Weg liegt zum Beispiel das empfehlenswerte AGAPANTO. 

Mallorca wäre nichts ohne seine Strände. Bei 550 Küstenkilometern hat man eine riesige Auswahl an Buchten und kann immer mal wieder einen anderen Strand besuchen. In der Nebensaison sind vielleicht nicht alle mit Liegen und Schirmen ausgestattet, aber dafür ist man fast alleine dort 

Der kilometerlange helle Sandstrand der Playa de Muro ist vielen Mallorca-Liebhabern bekannt und direkt am Restaurant Ponderosa kann man zum Beispiel gut parken. Aber es lohnt sich auch die über Dünenpfahlwege erreichbaren Strandabschnitte aufzusuchen und dort in das türkisblaue Wasser zu springen. 

Mir persönlich gefallen die Cala Torta bei Arta, welche nur über einen abenteuerlichen Weg mit dem Auto erreichbar ist und die Cala Agulla im Nordosten nahe der Cala RatjadaLetzere empfehle ich jedoch nur in der Nebensaison. Auch schön ist die beeindruckende Cala de Marmols im Südosten nahe Santanyi, die man aber nur über eine 5km lange Wanderung erreicht. Dafür wird man dann mit einer Traumbucht belohnt.  

Wer gerne läuft und abgeschiedenere Strände sucht, sollte unbedingt die 2stündige Wanderung zur Platja des Coll Baix ab der Ermita de la Victòria auf der Halbinsel Alcúdia  zum Berg Talaia d’Alcúdia machenVom Berg bis zum Strand ist es dann nicht mehr weit. 

Ich könnte diese Liste noch unendlich fortführen. 

 

Mallorca ist auch die Insel der Zitrusfrüchte, Mandelbäume und Olivenhaine. 

Bei Fahrten über die Ebenen entlang der Tramuntana kann man dies herrlich erleben. Die Blütezeit im Frühjar ist beeindruckend. Millionen Mandelbäume und Obstbäume blühen um die Wette.  

Seit einigen Jahren erlebt Mallorca eine steigende Nachfrage nach den hiesigen Weinen. Allen voran der Rosat, wie der Rosé hier genannt wird. In vielen Weingütern, wie zum Beispiel im wunderschönen Weingut Macia Battle oder bei Luis Ferrer, kann man Weinproben mitmachen und ich verspreche gerne: die Qualität ist hervorragend! 

Genießer kommen zudem in den vielen guten Restaurants auf ihre Kosten. Egal, ob in einem der Chirinquitos am Strand, in einer kleinen Kneipe in der Stadt, in der Tapas Bar oder im Top Restaurant – die Auswahl ist riesig. Mir fällt es schwer, hier Tipps zu geben. Neue Restaurants öffnen auf der Insel quasi stündlich, während andere wieder schließen. Wenn ihr aber kurz vor einer Mallorca-Reise steht, sprecht mich gerne darauf an. Dann gebe ich euch gerne den ein oder anderen Restaurant-Tipp. 

Genießen und herrlich erholen – das ist Mallorca. Ich freue mich heute schon auf die nächste Zeit auf der Insel. 

Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen Lust auf diese tolle Insel machen. Mallorca hat leider einen schlechten Ruf, doch meiner Meinung nach zu Unrecht. Wer sich abseits der Massen bewegt, entdeckt eine ländliche, ursprüngliche, bodenständige Seite der Insel. Ebene jene Seite, die mir ans Herz gewachsen ist. 

Manuela Schiffner
Manuela Schiffner
Ich mag es gerne etwas luxuriöser und exklusiver. Auf meinen Reisen rund um den Globus achte ich auf höchste Qualität bei den Hotels und Kreuzfahrtschiffen. Mein größter Reisetraum ist eine Expeditionskreuzfahrt in die Antarktis zu machen. Außerdem wandere ich für mein Leben gern.