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Serie Nachhaltigkeit (Teil III): Das sind die Vorreiter im Ökotourismus

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Viele Reiseunternehmen haben begriffen, dass es höchste Zeit wird, ein Zeichen für die Nachhaltigkeit zu setzen. Doch der große Vorreiter ist das Land Costa Rica.

 

Am 26. April 2018 verkündete die Hotelkette Iberostar, ihre Hotelzimmer bis 2019 komplett plastikfrei gestalten zu wollen. Statt Plastik kommen dann Materialien wie Glas, kompostierbarer Karton oder erneuerbare pflanzliche Produkte zum Einsatz.

Allein durch die Eliminierung der 1,5 Millionen Plastikflaschen in den Hotelzimmern werde in Spanien die Produktion von 43 Tonnen Plastikmüll verhindert, sagt Iberostar.

Zusätzlich hat Iberostar kürzlich das Projekt „A Wave of Change“ ins Leben gerufen. Mit dem Projekt sollen die Mitarbeiter und Gäste der Hotelkette für den täglichen Kampf gegen den Klimawandel sensibilisiert werden. Die Reduzierung der Plastikverschmutzung im Meer, die Förderung einer nachhaltigen Fischerei und der Schutz von Korallenriffen im Mittelmeer stehen bei „A Wave of Change“ im Fokus.5

 

 

Die norwegische Reederei Hurtigruten setzt sogar noch einen drauf und möchte bereits bis zum 2. Juli 2018 die gesamte Postschiff-Flotte frei von Einweg-Plastik machen. Dies kündigte CEO Daniel Skjeldam an. Allein an Strohhalmen habe man bisher einen Jahresverbrauch von 960.000 Stück. Dazu kamen 390.000 Plastikbecher und 826.000 Butterverpackungen, die im Müll landeten. Dieser Entwicklung müsse auf jeden Fall schleunigst entgegengewirkt werden.6

Ein Paradebeispiel für Nachhaltigkeit und großer Vorreiter im Ökotourismus ist das zentralamerikanische Land Costa Rica.

Obwohl Costa Rica kaum größer als die Schweiz ist, birgt das Land fünf Prozent aller bekannten Tier- und Pflanzenarten des Planeten. Es finden sich dort Regenwälder, Korallenriffe, Nebelwälder, Mangrovensümpfe und Trockenwald. Sogar den Páramo – einen Vegetationstyp, den man sonst nur in den höchsten Gebirgszügen der südamerikanischen Anden findet – findet man in Costa Rica.8

Costa Ricas Reichtum liegt in seiner einzigartigen Natur.7 Diesen Wert hat auch die Regierung von Costa Rica erkannt und ganze 14 Prozent der Landesfläche zum Nationalpark ernannt. Hinzu kommen noch einmal etwa so viele Reservate oder andere Schutzgebiete. Das ist Weltrekord! Insgesamt steht mehr als ein Viertel des Landes unter Naturschutz.8 Reisende können ganze 29 Nationalparks entdecken mit üppigen Regen- und Nebelwäldern, Mangrovensümpfen und verwunschenen Hochgebirgslandschaften, dazu mehr als 100 Vulkane.

Costa Rica ist ein echtes Paradies für Abenteurer und Naturentdecker.

Von Vulkanausflügen und Canopy-Touren, bei denen man sich an einem Drahtseil wie Tarzan durch den Dschungel schwingt, über Wildwasserrafting und Canyoning bis zum Tauchen und Whale Watching ist nahezu jede Outdoor-Aktivität möglich. Und zu allem Überfluss gibt es auch noch einige der schönsten Strände der Welt. Kein Wunder, dass sich Costa Rica weltweit zu einem der wichtigsten Naturreiseziele entwickelt hat und Vorreiter in Sachen Ökotourismus ist.

Das „Pura Vida“ genannte relaxte Lebensgefühl der Costa-Ricaner sowie eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur machen das Reisen im Land äußerst entspannt.

Dies beginnt bereits bei der Einreise in das zentralamerikanische Land: Es sind weder besondere Impfungen vorgeschrieben, noch ist ein Visum nötig. Ein mindestens noch sechs Monate gültiger Reisepass genügt für den normalen Touristen.

 

 

Costa Rica ist mit seinem gut ausgebauten Straßennetz wie gemacht für individuelle Mietwagentouren. Nationale und internationale Mietwagenanbieter finden sich in jeder großen Stadt, haben in der Regel auch GPS-Geräte im Angebot und bieten sogar Programme zur Kompensation des CO2-Ausstoßes an.9

Auf die Tourismusunternehmen im Land macht ein eigens von der Regierung gegründetes Ministerium Druck.

Das „Department of Certifications and Social Responsibility in the Tourism Industry“ überwacht, ob die Akteure des Tourismus im Sinne der Nachhaltigkeit agieren. Das Ministerium benennt strenge Richtlinien und überwacht diese. So soll die Qualität des Tourismus ganz im Sinne der Gäste und der einheimischen Bevölkerung verbessert werden.

Hierzu sterbt die Regierung Costa Ricas die Entwicklung von einheitlichen standardisierten Zertifizierungsprozessen in allen Bereichen der Nachhaltigkeit an. Dazu zählen Maßnahmen wie zum Beispiel:

  • die Umsetzung des „Ecological Blue Flag Programs“,
  • die Implementierung von Schutzmaßnahmen um Kinder und auch Erwachsene vor sexueller Ausbeutung im Tourismus zu sichern,
  • die Umsetzung und Kontrolle eines allgemeingültigen Umwelt Management Plans für die Unternehmen im Land, sowie
  • die Absicht die Aufmerksamkeit auf die soziale Verantwortung der Tourismusakteure zu lenken.10

Costa Rica ist deswegen der große Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit im Tourismus. Hoffentlich werden zukünftig noch viele weitere Unternehmen und Länder diesem Beispiel folgen.

Falls ihr das Thema Nachhaltigkeit genauso spannend findet wie ich und ihr weitere Informationen, Tipps oder Anregungen für eure nächste nachhaltige Reise benötigt, kommt gerne auf mich zu.

Ich freue mich darauf euch zu informieren und zu beraten und gemeinsam mit euch das Thema Reisen ein kleines bisschen nachhaltiger zu gestalten!

Eure Corinna

 

 

Quellennachweise:

1 Thomas Petermann, Tourismus in Großschutzgebieten, Impulse für eine nachhaltige Entwicklung, 2003, S.135ff/  Becker et al. 1996, S. 5

2 http://www.johannes-lichdi.de/uploads/pics/nachhaltigkeitsdreieck.jpg

3 Vgl. EBERLE 2001, S. 9 und BECKER et al. 1996, S. 4(Diplomarbeit, Anja Olligschläger S.5ff

4 https://green-counter.drv.de/media/artic/content1/index.html#/lessons/dExu2AJaWkkEcUFZsF9RN3EJPypYhJhi?_k=qdz2dy

5 https_www.tageskarte.io_hotellerie_detail_iberostar-verzichte.pdf

6 http://www.travelmole.com/news_feature.php?news_id=2032078

7 Video https://youtu.be/psZc1x1TQNI Film Costa Rica: zwei Minuten zum Träumen.

8 Website: https://akademie.fvw.de/partner-programme/costa-rica/costa-rica-kurs-1/course/1402/22326

9 https://www.visitcostarica.com/de/costa-rica/things-to-do/ecoturism

10 http://www.ict.go.cr/en/our-work/certification-process-and-social-responsibility-in-the-tourism-industry.html

Corinna Künkel
Corinna Künkel
Nach meinem Studium war ich über mehrere Jahre immer wieder in Afrika unterwegs. Insbesondere Namibia kenne ich wie meine Westentasche. Jetzt beschäftige ich mich viel mit der Nachhaltigkeit im Tourismus und reise auch gerne mal in die Nähe, zum Beispiel zum Wellness-Wochenende nach Bayern, zum Wandern nach Österreich, oder zum Skifahren in die Schweiz. Auf meiner Bucket List stehen aber dennoch auch Fernreiseziele - unter anderem Hawaii und New York. Dahin will ich schon lange. Hoffentlich klappt das bald!

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