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Wie uns die Algarve das Entschleunigen lehrte – ein Reisebericht

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Lange schon hatte ich die Küste der Algarve auf meiner Reisewunschliste. Nun klappte es endlich mal und ich hatte mit dem TUI Blue Falesia ein absolutes Top Hotel als Ausgangspunkt gewählt. Sowohl die Lage an der Praia de Falesia ca. 8 km östlich von Albufeira, als auch das Ambiente waren einfach nur schön. In dem Hotel habe ich mich sehr wohlgefühlt.

In den ersten 3 Tagen hatten wir einen Mietwagen angemietet und wollten so viel wie möglich in der Umgebung kennenlernen. Also starteten wir am ersten Ausflugstag bei bedecktem, regnerischem und windigem Wetter Richtung Osten. Entlang der portugiesischen Landstraße fuhren wir in aller Ruhe Richtung Tavira. Das Fahren auf den portugiesischen Straßen erwies sich als gut machbar, wenn auch die vielen Kreisverkehre etwas gewöhnungsbedürftig waren. Da der Zustand der Straße durchwachsen war, fuhren wir nicht schneller als 70km/h, aber wir hatten uns ja bewusst gegen die Autobahn entschieden, um mehr vom Land zu sehen.

Die Stadt Tavira am Rio Gilao lädt zum Verweilen ein

Reisebericht PortugalAls wir nach Tavira hineinfuhren, erhaschten wir auf Anhieb einen Parkplatz am Rande der Stadt. Von dort aus spazierten wir ins Zentrum und blieben bald in einem Café direkt am Rio Gilao hängen. Der tolle Blick auf die Altstadt am Fluss und die bequemen Lounge-Sessel waren doch zu einladend. Bei leckerem Wein und super Salat-Lachs-Sandwiches verweilten wir eine Weile und ließen den Ausblick auf uns wirken. So muss Urlaub sein.

Der anschließende Bummel durch Tavira hat Spaß gemacht. Kleine Gässchen mit netten Geschäften und Kirchen, wohin das Auge reicht, formen das Gesicht der Stadt. Hoch über der Stadt fanden sich auf Antennen und Strommasten immer wieder Storchennester, wodurch das Städtchen sehr ländlich wirkte. Absolut empfehlenswert ist ein Besuch der Camera Obscura im alten Wasserturm. Von dort oben hat man eine wunderschöne Aussicht und bekommt einen guten Überblick über die Stadt. Direkt nebenan befindet sich das alte Castelo. Wir besuchten den schönen Garten und die hohen Festungsmauern, von denen wir auch nochmal tolle Blicke über ganz Tavira genossen. Die Aussicht wäre noch schöner gewesen, wenn das Wetter mitgespielt hätte, doch auch so war es ein wunderschöner Tag. Eigentlich wollten wir noch unterhalb des Castelo ein Fado Konzert besuchen, welches dort in einer kleinen Räumlichkeit 3-mal am Tag stattfindet. Leider passten die Konzertzeiten nicht ganz zu unserer weiteren Tagesplanung.

Cabo Sao Vincente – „Kurz vor dem Ende der Welt“

Am nächsten Tag stand nun der äußerste Westen auf dem Plan – das Wetter sah wieder nicht gut aus, aber wir starteten trotzdem. Von einem Bisschen Regen wollten wir uns nicht abhalten lassen. Wir nahmen uns vor, den westlichsten Punkt der Algarve zu besuchen. Vom Cabo Sao Vincente, dem letzten Punkt kurz vor dem „Ende der Welt“, hat mein einen tollen Blick über die Küste.

Also machten wir uns auf den Weg, vorbei an Portimao und an Lagos. Das Land wurde immer weiter und grüner – und die Straßen waren auch in einem besseren Zustand. Überall wimmelte es von Störchen. Kein Strommast, kein abgesägter Baum oder auch ein Gasbehälter, auf dem nicht ein Storchenpaar sein Nest gebaut hatte. Solch eine Menge an Störchen hatten wir noch nie gesehen.

Noch dazu verzogen sich die Wolken und wir hatten einen strahlend blauen Himmel über uns, als wir dann die letzten Kilometer nach Sagres zum besagten Leuchtturm am Cabo Sao Vicente fuhren. Dieses Licht, diese Aussicht, diese Felsen und das weite Meer waren einfach nur grandios. Wir genossen den Wind im Gesicht – ein Gänsehautmoment. Wir besorgten uns eine Tasse Kaffee und ein süßes portugiesisches Geback und genossen den Ausblick. Wir hätten gut und gerne den Rest des Tages dort sitzen können, so schön war es dort.

Auf dem Rückweg hielten wir dann noch am Strand von Alvor an. Hier herrscht eine ganz andere Atmosphäre als an unserem Strandabschnitt. Es gibt keine Felsen, sondern flach abfallenden Strand, der direkt von den Hotels aus zu erreichen ist.

Schlemmen in Lagos – Apfeltarte, Zitronenkuchen, und Begegnungen mit den Landsleuten

Am nächsten Tag machten wir uns wieder auf Richtung Westen – diesmal stand Lagos auf dem Programm. Wir wollten uns mit einer Freundin, die dort Verwandtschaft hat und zufälligerweise zum selben Zeitpunkt wie wir in die Region gereist war, treffen.

Auf Anhieb fanden wir ein passendes Parkhaus und wir trafen uns am ausgemachten Treffpunkt. Sie zeigte uns die schöne Innenstadt von Lagos mit den vielen kleinen Plätzen und Restaurants. Ein ganz besonderes Plätzchen für eine kulinarische Pause fanden wir mit ihrer Hilfe: das „Garden“, ein lauschiges Örtchen in einem Innenhof mit nettem Personal, kleinen Entradas und leckerer, selbstgemachter Apfeltarte.

Gestärkt machten wir uns auf den Weg, um die typischen kleinen Buchten von Lagos zu entdecken. Wenn man hier steht, hat man all die Postkartenansichten der Algarve vor sich – es sieht wirklich so schön aus! Ich machte hunderte Fotos, denn die Felsformationen der wilden Küste sind wirklich wunderschöne Fotomotive. Im Sommer lohnt es sich, hier mit einem Paddelboot um die Felsen zu fahren, denn vom Wasser aus hat man noch besser Ausblicke auf die schöne Küstenlandschaft.

Anschließend gönnten wir uns noch den legendären Zitronenkuchen bei der Cousine unserer Freundin, mitten in Lagos. Während wir den süßen und sauren Geschmack des frisch gebackenen Kuchens auf der Zunge spürten, lauschten wir ihren Geschichten zur Stadt Lagos, in der sie schon seit über 40 Jahren wohnt.

Atemberaubend schöne Landstraßen laden zu Umwegen ein

Auf dem Rückweg fuhren wir ins Gebirge – in die Sierra de Monchique. Eigentlich wollten wir uns von einem der Hügel aus den Sonnenuntergang ansehen. Leider war es auf 900 Meter Höhe jedoch so neblig, dass wir von der Sonne nichts mehr sahen. Die Fahrt dorthin hatte sich dennoch gelohnt, denn die Landschaft neben den kleinen Landstraßen war atemberaubend schön.

Danach fuhren wir vorbei an Orangen- und Zitronenplantagen nach Silves. Schon von weitem sieht man das Castelo da Silves und die große Kathedrale der Stadt. Wir schlenderten durch die besondere Atmosphäre der mittelalterlichen Anlage. Es war bereits abends und wir hatten das Städtchen fast für uns alleine.

Das kleine St. Tropez der Algarve

Am ersten Tag ohne Auto spazierten wir zu Fuß die knapp 200 Stufen hinunter zum traumhaften Strand der Praia da Falesia. Entlang des feinen Sandstrandes marschierten wir vorbei an rotem Fels nach Vilmoura, dem kleinen St. Tropez Portugals. Ein großer Yachthafen mit genügend Restaurants lädt auch hier zum Verweilen ein. Das taten wir dann auch und nahmen Platz in einer netten Bar und tranken dort einen fruchtigen, portugiesischen Rosé.

Mein Fazit nach dieser kurzen Reise an die Algarve ist, dass das nicht mein letzter Besuch sein wird. Die Küste mit ihren tollen Farben und dem ländlichen Leben haben mich sehr beeindruckt. Die gemütliche Lebensart der Portugiesen ist ansteckend, selbst wenn man nur eine Woche dort verbringt.

Falls du auch mal an die Algarve fahren möchtest, gebe ich dir gerne noch weitere persönliche Tipps und helfe dir bei der Suche nach einem schönen Hotel. In den vielen Buchten der Küste gibt es schöne Hotels für die unterschiedlichsten Budgets und die Gegend eignet sich auch sehr gut für Familien mit kleinen Kindern.

Liebe Grüße,

Barbara Derad

Barbara Derad
Barbara Derad
Im Urlaub bin ich am liebsten aktiv. Ich wohne gerne in Ferienhäusern und habe gerne ein paar Fahrräder vor dem Haus stehen, damit ich jederzeit einen Ausflug in die Umgebung machen kann. Ich bin ein großer Skandinavien-Fan - in Dänemark und Schweden war ich schon viele Male. In meiner Freizeit verbringe ich gerne Zeit in meinem Garten.