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Wandern am Schluchtensteig – eine großartige Herausforderung

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Ich war sehr skeptisch, als ich das erste Mal vom Schluchtensteig hörte. Wandern im Schwarzwald, was konnte das schon sein?  

Je mehr ich mich allerdings mit diesem Schluchtensteig beschäftigte, desto interessanter und aufregender fand ich die Vorstellung, 6 Tage mit dem Rucksack über insgesamt knapp 120 Kilometer unterwegs zu sein. Einmal quer durch den Südschwarzwald, mit diversen Höhenmetern, mit viel Wasser und einer grandiosen Natur.  

Also wurden fleißig Quartiere für die einzelnen Etappen gesucht und auch gefunden, das Wanderequipment wurde überprüft und für gut befunden. Okay, in ein zweites paar Wandersocken musste ich noch investieren. Alles andere war mehr oder weniger vorhanden.  

Die Quartiersuche war nicht so einfach, da wir ja gerne am liebsten direkt am Ende der jeweiligen Etappe untergebracht werden wollten. Bis auf ein einziges Mal hat dies auch prima funktioniert.  

Die erste Etappe startete in Stühlingen. Dort hatten wir unsere erste Unterkunft gebucht, unser Auto stellten wir allerdings am Zielort in Wehr ab – mit dem Bus fuhren wir von dort zum Startpunkt.  

Am ersten Abend ließen wir es uns gut schmecken, um am nächsten Tag gut gestärkt und mit einem Lunchpaket ausgestattet unser kleines Abenteuer zu starten. Wir machten uns los und marschierten erst einmal ohne große Anstrengung an der Wutach entlang, bevor es dann recht steil hoch in den Wald ging, vorbei unterhalb der steilen Felswände der Wutachflühen – ein toller Einstieg, der Lust auf mehr machte.  

Schmale Pfade, hohe Felsen und eine wunderschöne Vegetation prägten den ersten Tag, den wir nach ca. 19 km Marsch geschafft hatten.  

Der zweite Tag führte uns von Blumberg bis zur Schattenmühle. Wir starten über eine 10 Meter hohe Leiter in das Tal des Schleifenbachs bis zur Wutachschlucht, der wir nun die nächsten 20 Kilometer folgten. Immer wieder mussten wir über Leitern steigen oder Brücken queren. Das Wasser und die hoch aufsteigenden Felsen begleiteten uns fast den ganzen Tag. 

Die Übernachtung in der Schattenmühle belohnte uns von diesem anstrengenden Tag – gutes Essen, nettes Personal und ein schönes Ambiente.  

Der dritte Tag unserer Etappe führte uns erst oberhalb der Wutachschlucht entlang, dann wieder flussaufwärts der Wutach folgend bis zur Haslachklamm. Anschließend erreichten wir den schönen Ort Lenzkirch, wo wir uns eine Cappuccino-Auszeit gönnten, um anschließend das letzte Stück bis nach Oberfischbach zu gelangen. Wieder hatten wir 18,5 km geschafft!  

Am vierten Tag konnten wir großartige Aussichten über den Schluchsee von allen Seiten genießen, bevor wir unser Endziel St. Blasien mit dem riesigen Dom erreichten. Die nächsten 20 Km lagen hinter uns.  

Weiter ging es am nächsten Tag in Richtung Todtmoos. Hier führten uns die Wege oft auf Wald und Forstwegen hinauf zur Hügelkuppe. Von dort hatten wir einen atemberaubenden Blick auf die Alpen – Jungfrau, Eiger und Mönch schienen in greifbarer Nähe. Kurz vor Todtmoos doch nochmal Wasser in Form der Wehra. Diese kleine Waldschlucht führte uns zu unserem Etappenziel Todtmoos.  

Die letzte Etappe lag nun vor uns und wir machten uns etwas früher auf den Weg als die Tage zuvor. Es lagen 23 km vor uns, bis wir unser Ziel Wehr erreichen sollten. Auf dieser Etappe trafen wir während den ersten Stunden keine Menschenseele. Wir hatten das Gefühl, ganz allein zu sein auf dieser Welt.  

Wir genossen nochmal die letzten Stunden unseres kleinen Abenteuers, freuten uns aber auch darauf, unser Ziel zu erreichen, unsere Wanderschuhe auszuziehen und die Füße hochzulegen. Unser Ziel erreichten wir bei strahlendem Sonnenschein, das Auto stand nach 6 Tagen noch unversehrt an seinem Platz und wir machten uns hochzufrieden und etwas kaputt wieder auf den Rückweg.  

Alles in allem ein schönes Erlebnis und super entspannend. Das hatte ich so nicht erwartet. Ich könnte mir sogar vorstellen, diese Tour zu wiederholen.  

Falls euch mein Bericht Lust auf den Schluchtensteig gemacht haben sollte, dann würde ich mich sehr freuen. Für eure Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung und bin bei der Planung Ihrer Reise gerne behilflich.  

Übrigens trifft man auf dieser Route alle Altersklassen und Gruppierungen: Alleinreisende, Familien mit älteren Kindern, Paare aber auch viele Singles sind unterwegs.  

Falls man diese Reise lieber organisiert mit einer Gruppe unternehmen möchte, so kann ich den Veranstalter Wikinger Reisen empfehlen. Diese haben exakt die Reise als Standortreise in ihrem Programm. 

Bis bald in der reiselounge! 

Eure Barbara Derad 

 

Barbara Derad
Barbara Derad
Im Urlaub bin ich am liebsten aktiv. Ich wohne gerne in Ferienhäusern und habe gerne ein paar Fahrräder vor dem Haus stehen, damit ich jederzeit einen Ausflug in die Umgebung machen kann. Ich bin ein großer Skandinavien-Fan - in Dänemark und Schweden war ich schon viele Male. In meiner Freizeit verbringe ich gerne Zeit in meinem Garten.