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Reisebericht aus Marokko: Eine Welt wie aus 1001 Nacht

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Marokko mit allen Sinnen

Im März war Doris Lippus mit einer Kleingruppe von 15 Leuten auf Gruppenreise in Marokko. Wir haben sie gebeten, einen Bericht über ihre Reise zu schreiben. Sie erzählt von prächtigen Städten, imposanten Bergmassiven, Oasen in der Wüste. Die unvergesslichen Eindrücke haben sie und ihre Gruppe mit allen Sinnen bewegt und sich tief in deren Erinnerung verankert. Aber lest am besten selbst:

Multikulturell, bunt und modern!

Nach nur 3,5 Stunden Flugzeit landen wir sicher in Casablanca. Wer kennt ihn nicht, den berühmten Satz aus dem gleichnamigen Film: „Schau mir in die Augen, Kleines“.

Beim Bestaunen der prachtvollen Moschee Hassan II direkt am Atlantik ist man sprachlos. Geblendet von der Größe und der Schönheit machen wir uns auf den Weg zu faszinierenden Begegnungen mit der alten Geschichte und den Kulturgütern Marokkos. Rabat, Meknes, Fes und Marrakesch sind die vier Königsstädte.

Stolz auf ihr Erbe atmet die schöne Stadt Rabat zwischen weiten Boulevards und grünen Parks. Sie ist das politische und administrative Zentrum des Landes. Hier befinden sich der prächtige, königliche Palast, die Regierungsinstanzen und die Botschaften. Das Mausoleum Mohammed V ist ein Meisterwerk der traditionellen marokkanischen Kunst und spiegelt das Können der einheimischen Handwerker wider. Die Kasbah der Oudayas strahlt mit ihren Gassen voller Blumen, ihrem andalusischen Garten und maurischen Café Ruhe aus. Die Kasbah wird als eines der Juwelen der Almohaden Kunst betrachtet.

Wir besuchen alle vier Königsstädte auf unserer Reise

Vorbei an üppig grünen Weizenfeldern, Dattel-, Aprikosen- und Mandelplantagen reisen wir weiter nach Meknes. Hier finden wir das Weltkulturerbe Medina. Die Königsstadt bezaubert durch ihre 40 km lange Stadtmauer und die majestätischen Paläste. Außerdem fasziniert die Stadt mit ihren Festungen, Medresen, Gärten und Museen. Die Region ist der Garten des Königreichs Marokko. Denn hier findet man Weinstöcke, Olivenbäume und die wohlschmeckendsten Früchte.

Unser nächster Höhepunkt ist Volubilis. Die bedeutendste antike Stätte Marokkos ist sehr gut erhalten und wurde 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.

Weiter geht es in die älteste Stadt Marokkos: Fes. Für die Marokkaner ist sie das zu Stein gewordene Gedächtnis der Nation und das geistig-kulturelle Zentrum.

In Fes sind wir mit unserem lokalen Reiseleiter Hassan unterwegs, der leidenschaftlich sein Wissen über Marokko mit uns teilt. Hassan kennt alles wie seine Westentasche. Tausende von Palästen, Läden und Handwerkstätten verbergen sich in dem Labyrinth der Gassen von Medina. Hassan führt uns selbst in die am besten versteckten Winkel, wo sich der ganze Glanz der Stadt zeigt. Portale aus geschnitztem Zedernholz, überlagerte Arkaden und eiserne Tore. Einfach unglaublich! Ohne ihn hätten wir diese Ecken nie gefunden.

Gemütlich schlürfen wir einen Pfefferminztee und sortieren unsere Erlebnisse. Wir überlegen, ob wir Tajine schlemmen möchten. Pastilla oder frischer Orangensalat mit Datteln und Mandeln verwöhnen unsere Geschmacksnerven!

Von der Skipiste bis zur Dünenlandschaft

Skipisten in Marokko? Im Mittleren Atlas liegt Ifrane, das Elsaß Afrikas. Wir blicken auf schneebedeckte Viertausender und auf Zedernbäume. Die können bis zu 60 Meter hoch werden. Außerdem gibt es hier einige abgelegene Berberdörfer. Die Nomadenzelte sind aus Ziegenhaar genäht – der perfekte Stoff gegen Kälte und Hitze.

Unser nächster Höhepunkt ist die Oase von Merzouga. Unvergessliche Momente verbringen wir in der imposanten Dünenlandschaft und den palmengesäumten Oasen. Wir kosten die Wüstenromantik voll aus. Den Zauber des Sonnenuntergangs und die ersten Strahlen bei Morgengrauen. Unter dem Dach von tausenden Sternen in der eindrücklichen Stille der Wüste fühlen wir uns, als wären wir am Rande der Welt. Was für ein Naturereignis!

Wir fahren weiter in das Tal des Drâa. Dazu nehmen wir die Straße der 1000 Kasbahs. Menschen von grenzenloser Gastfreundschaft, Dünenberge, Dattelpalmen und Dörfer aus Lehm sehen wir auf unserem Weg.

Hinter dem Hohen Atlas beginnt eine andere Welt: Sand in allen Rottönen, fruchtbare Obstgärten und leuchtend grüne Palmenhaine. Zwischen den weiten Steinwüsten und den imposanten Canyons ragen die rötlichen Würfel und Türme der alten Lehmburgen in den blauen Himmel.

Eine echte Augenweide der maurischen Art ist unser Riad in Quarzazate. Hinter den Mauern erleben wir einen Schatz der marokkanischen Architektur. Palmen, kunstvolle Kacheln und plätschernde Brunnen. Abends erstrahlt der Patio mit Springbrunnen im Schein der Kerzen. Wir nächtigen in einer Atmosphäre wie in Tausendundeiner Nacht! Wir hätten noch lange bleiben wollen, aber die Karawane zieht weiter.

Die Straße der 1000 Kasbahs ist die berühmteste Route Marokkos.

Inmitten der Wüste zwischen rot flimmernden Dünen bringt das Wasser grüne Oasen und Täler hervor. Hier verstehen wir den Sinn der Fata Morgana und das Gefühl des unendlichen Südens.

Quarzazate begeistert bis heute Filmemacher aus aller Welt mit den herrlichen Landschaftsbildern, den außergewöhnlichen Lichtverhältnissen und den idealen Klimabedingungen. Von atemberaubender Schönheit dominiert die Kasbah Ait Ben Haddou. Es ist eines der ältesten Ksars von Marokko und UNESCO Weltkulturerbe.

Durch das Tal der Rosen fahren wir abseits der Touristenpfade. Für die Strecke nach Marrakesch wählen wir die spektakuläre Fahrt über den Tizi-n-Tichka Pass 2260 Meter. Die Straße schlängelt sich durch eine malerische Landschaft in die karge Welt bergfarbener Dörfer. Hier sehen wir Lehmhäuser und Kornspeicher in allen Nuancen von Ocker.

Am späten Nachmittag sind wir mittendrin auf der Bühne des Maghreb. Vor der Kulisse des verschneiten Atlasgebirges breitet sich Marrakesch wie eine Oase in der Wüste aus.

Ein Markt wie in 1001 Nacht

Auf dem Platz der Genüss erwartet uns ein Spektakel aus 1001 Nacht! Schlangenbeschwörer, Geschichtenerzähler, Wahrsagerinnen und Gaukler tummeln sich auf dem Djeema el Fna. Ein tosender Marktplatz mitten in Marrakesch. Die Vielfalt an Geräuschen und Gerüchen verwirren die Sinne. Marrakeschs Magie ist unvergleichlich.

Bevor wir shoppen gehen, ist es Zeit für etwas Kultur. Wir besuchen die beeindruckende Koutoubia Moschee, die Medersa Ben Youssef, eine ehemalige Universität und Koranschule, den Haremsgarten im Bahia-Palast sowie die Menara Gärten.

Der Garten Majorelle ist eine Oase mitten in der Stadt. Es ist das ehemalige Wohnhaus von Yves Saint Laurent. Die kobaltblaue Villa ist umgeben von einem exotischen Garten mit Kakteen, Palmen, Teichen und plätschernden Brunnen. Unglaublich schön!

Shoppen, Handeln, Kaufen!

Die Medina ist ein Labyrinth aus Gassen, Geschäften und Cafés. Durch die Souks zu schlendern, macht selbst Shoppingmuffeln Freude. In den engen und verwinkelten Gassen schlägt das Herz orientalischer Kultur. Bunte Keramik, kunstvoll zu Pyramiden geformte Gewürze, Silberschmuck und Arganöl. Dazwischen hängen geschlachtete Lämmer und gefärbte Garne in leuchtenden Farben von der Decke. Eselgespanne mit duftenden Orangen und Mofas beladen mit bunten Stoffballen schieben sich durch die Gassen.

Süß, scharf und würzig

Zu guter Letzt die marokkanische Küche. Die darf man – so wie die Königsstädte – nicht verpassen! Sie gehört zu den attraktivsten überhaupt. Die Marokkanerinnen kombinieren Süßes mit Scharfem. Lamm, Rindfleisch und Geflügel mit Hirse, Grieß und Gemüse. Verfeinert wird es mit Gewürzen wie Koriander, Zimt, Nelken, Rosinen und Safran.

Marokko gelingt der Spagat zwischen Tradition und Moderne. Es ist ein Reiseland wie aus dem Bilderbuch. Greifbar nah und gleichzeitig so fremd und abenteuerlich. Kein anderes Land im Mittelmeerraum bietet so viel Exotik.

Marokko – Eine Oase für die Sinne.

Eure Doris Lippus

 

 

Doris Lippus
Doris Lippus
Obwohl ich schon seit vielen, vielen Jahren mit den tollsten Reisegruppen um die ganze Welt reise, hat meine Leidenschaft für die Ferne nicht abgenommen. Kurz gesagt: Ich lebe für's Reisen. Es gab Jahre, da habe ich jedem Kondensstreifen am Himmel hinterhergesehen, als ich nicht reisen konnte. Jetzt begleite ich immer noch mehrmals im Jahr die Gruppenreisen den reiselounge Ostfildern und bin auch privat viel unterwegs.